Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber veröffentlichen das Konsultationsdokument zum NEP Gas 2018-2028

Berlin, 12. Februar 2018. Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) haben heute die Diskussion zum Netzentwicklungsplan (NEP) Gas 2018-2028 mit der Veröffentlichung des Konsultationsdokuments gestartet. Marktteilnehmer können bis zum 2. März ihre Stellungnahme zum NEP Gas 2018-2028 abgeben. Ein begleitender Workshop findet am 20. Februar in Berlin statt. Basis des Konsultationsdokuments ist der Mitte Dezember 2017 von der Bundesnetzagentur bestätigte Szenariorahmen.

Mit dem NEP Gas 2018-2028, der ein Investitionsvolumen von rund 7,0 Mrd. € bis Ende 2028 vorsieht, zeigen die FNB Maßnahmen auf, wie die sichere Versorgung Deutschlands mit Gas auch in Zukunft gewährleistet sein wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Marktraumumstellung vor dem Hintergrund sinkender L-Gas-Fördermengen in Deutschland und Europa. „Der Prozess der Marktraumumstellung, also der Ablösung von deutschem und niederländischem L-Gas durch H-Gas, genießt höchste Priorität im jetzt vorgelegten NEP Gas 2018-2028“, betont Ralph Bahke, FNB Gas-Vorstandsvorsitzender. „Die Umstellung der Markträume stellt weiterhin eine große Herausforderung für die deutsche Gaswirtschaft dar, auch weil die zukünftige niederländische L-Gas-Produktion derzeit nicht klar vorhersehbar ist.“ Durch das aktuelle Umstellungskonzept können weitere Umstellungsbereiche vorgezogen werden, dies betrifft insbesondere Industriekunden. Weitere Beschleunigungsmaßnahmen werden geprüft.

Darüber hinaus untersuchen die FNB erstmals, welche Leistung aus Gasspeichern zum Ende eines Winters notwendig ist. „Die Speichervariante stellt eine fundierte Grundlage dar, um für das Ende eines Winters die Sicherheit der Gasversorgung auch lokal beurteilen zu können. Damit können auch marktbasierte Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit veranlasst werden“, begründet FNB Gas-Geschäftsführerin Inga Posch diese Modellierungsvariante. Ein wesentlicher Hintergrund der Modellierungsvariante war die frühzeitige massive Speicherentleerung im Winter 2016/17 in Deutschland aufgrund niedriger Temperaturen und eines hohen Absatzes kombiniert mit Arbitragemöglichkeiten auf den Gashandelsmärkten.

In Summe schlagen die FNB vor, das Fernleitungsnetz gegenüber dem heutigen Stand, um 1.390 km zu erweitern und neue Verdichterleistung in Höhe von 508 MW zu installieren, um auf diese Weise den benötigten Transportbedarf für Deutschland und Zentraleuropa abzusichern. Das Konsultationsdokument bestätigt die im NEP Gas 2016-2026 enthaltenen Maßnahmen in Höhe von 3,9 Mrd. €. An neuer Infrastruktur ist erstmals das EUGAL-Projekt enthalten, das Gasmengen aus der Nord Stream 2 vom Grenzübergangspunkt Lubmin II insbesondere in die Tschechische Republik transportieren wird. Die FNB gehen davon aus, dass die Kosten dieses Projekts durch die Erlöse aus den Buchungen der hierdurch neu geschaffenen Kapazitäten getragen werden. Im NEP Gas 2018-2028 finden ebenfalls erstmals Kapazitäten in Verbindung mit einem geplanten deutschen LNG-Terminal in Brunsbüttel Berücksichtigung.

Die FNB sind der Überzeugung, dass die bestehende Gasinfrastruktur im zukünftigen Energiesystem einen bedeutenden und ökonomisch wertvollen Beitrag leisten wird. Deshalb enthält das jetzt veröffentlichte Konsultationsdokument zum NEP Gas 2018-2028 ein eigenes Kapitel, das den Wert der Gasinfrastruktur im Zusammenhang mit der Sektorkopplung, der intelligenten Verbindung von bestehenden Gas-, Strom-, Wärme- und Mobilitätinfrastrukturen, darstellt.

Das Konsultationsdokument zum NEP Gas 2018-2028 ist auf der FNB Gas Internetseite (www.fnb-gas.de) veröffentlicht.