Energiewende braucht Sektorkopplung mit Power-to-Gas

Die Fernleitungsnetzbetreiber sehen Power-to-Gas (PtG) als Schlüsseltechnologie für das Gelingen der Energiewende.

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber haben bereits 2012 im ersten Netzentwicklungsplan Gas begonnen, das zukunftsrelevante Thema PtG zu analysieren.

Wissenschaftliche Studien (z. B. ENERGIESYSTEM DEUTSCHLAND 2050THE ROLE OF POWER TO GAS IN ACHIEVING GERMANY’S CLIMATE POLICY TARGETS WITH A SPECIAL FOCUS ON CONCEPTS FO R ROAD BASED MOBILITY, Fraunhofer ISE, März 2015) zeigen auf, dass die Ziele der Energiewende ohne die Nutzung der Potenziale von PtG nicht oder mit den aktuell zur Verfügung stehenden Technologien nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten erreichbar sind.

Diese Studien und weitere Untersuchungen haben unter anderem gezeigt, dass die Vorteile von PtG bei Nutzung des entstehenden Wasserstoffs oder synthetischen Methans im Wärme- und Kraftstoffbereich viel besser zum Tragen kommen als bei einer Rückverstromung. Daher sollten die – im EEG derzeit beschränkten – Möglichkeiten der Umwandlung von Überschussstrom durch PtG und die Befreiung von der EEG-Umlage erweitert werden. So lässt sich mit den aus PtG entstandenen Gasen der Stromüberschuss mindern. Statt elektrische Energie in überlastete Stromnetze einzuspeisen, transportiert sowie speichert man die Energie in den Gasnetzen und erreicht damit eine echte Sektorkopplung. Eine sinnvolle Sektorkopplung ist aus der Sicht der Fernleitungsnetzbetreiber dadurch gekennzeichnet, dass sie die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft durch eine Nutzung der jeweiligen Stärken von Gas- und Strominfrastruktur sowie Wärmenetzen volkswirtschaftlich effizient und nachhaltig befördert und dabei jederzeit die Versorgungssicherheit mit Strom, Gas und Wärme zu gewährleistet. Für eine solche Sektorkopplung ist PtG eine unverzichtbare Schlüsseltechnologie. Aus der Sicht der Fernleitungsnetzbetreiber muss die sinnvolle Sektorkopplung zur Integration der erneuerbaren Energien in dem Referentenentwurf zur EEG-Novelle deutlich gestärkt werden. Damit lassen sich aus Sicht der Fernleitungsnetzbetreiber die Ziele der Energiewende und der EEG-Reform besser und effizienter erreichen.