Perspektive für den Klimaschutz

Erdgas ist ein wichtiger Bestandteil des BMU-Entwurfs zum Klimaschutzplan 2050.

Mit dem Klimaschutzplan (KSP) 2050 will die Bundesregierung eine langfristige Strategie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen entwickeln. Ein positiver Ansatz, denn dies schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten. Ein Wettbewerb verschiedener Maßnahmen und Optionen soll es ermöglichen, Klimaschutz zu möglichst niedrigen volkswirtschaftlichen Kosten zu betreiben. Ein wichtiger Ansatz dabei ist die verstärkte Nutzung von Erdgas als Brückentechnologie, die in dem Entwurf des KSP 2050 entwickelt wird.

So soll Erdgas bei der Stromerzeugung eine wichtige Rolle einnehmen. Geplant ist die Nutzung flexibler, CO2-armer Gaskraftwerke, insbesondere von Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die Strom und Wärme erzeugen können. Gleichzeitig würdigt der Entwurf die Bedeutung moderner Gasbrennwertkessel zur kostengünstigen CO2-Reduktion im Wärmesektor. Und auch ein dritter Klimaschutzansatz für Erdgas ist in dem Entwurf enthalten: Power-to-Gas wird als wichtige Flexibilitätsoption gewertet. Diese Technologie macht es möglich, Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) zu Gas in Erdgasqualität umzusetzen. Durch die Nutzung der vorhandenen Erdgasnetze lässt sich so Energie aus EE-Anlagen speichern und transportieren – mit einer Infrastruktur, die bereits vorhanden ist und unsichtbar unter der Erde liegt.

Trotz dieser positiven Ansätze fordern die Fernleitungsnetzbetreiber mehr Technologieoffenheit im KSP 2050 zu verankern. Zwar geht es bei Erdgas um fossile Energie, doch diese hat durchaus das Potential „grüner“ zu werden, etwa durch einen steigenden Anteil von Wind- oder Biogas. Um die ambitionierten Klimaschutzziele zu volkswirtschaftlich minimalen Kosten zu erreichen, setzen sich die Fernleitungsnetzbetreiber für eine integrale, ganzheitliche Betrachtung aller Energieinfrastrukturen ein. Eine einseitige Fokussierung auf 100 Prozent Elektrifizierung führt zu einer massiven Überforderung der Strominfrastruktur und gefährde die Energiewende.

Stattdessen lässt sich die Gasinfrastruktur bei volkswirtschaftlich minimalen Kosten besser als bisher für die Energiewende nutzen. Das Gasnetz ist ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Sektorkopplung, also die Verknüpfung der Bereiche Strom, Wärme und Verkehr. Der Grund: Das deutsche Gasnetz bietet ein enormes Potential für den Transport und die Speicherung von regenerativ erzeugter Energie. Damit kann die Gasnetzstruktur dazu beitragen, den CO2-Ausstoß signifikant zu vermindern. Mehr Beweglichkeit der Politik erwarten die Fernleitungsnetzbetreiber auch bei Power-to-Gas, derzeit wird die Zukunftstechnologie noch durch Abgaben belastet. Ohne diese Kosten könnte Power-to-Gas leichter zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden.

Zudem setzen sich die Fernleitungsnetzbetreiber dafür ein, keine Universal-Verbote für Investitionen in Gasheizungen oder -infrastruktur im KSP 2050 zu verankern. Erdgastechnologien in Kombination mit erneuerbaren Energien wie beispielsweise Hybridsysteme, sind preiswerte und wirksame Klimaschutzmaßnahmen. Und in diesem Bereich sind weitere Innovationen zu erwarten, die dazu beitragen können, die Energiewende volkswirtschaftlich bezahlbar zu realisieren.

Ähnliches gilt auch für Gas im Mobilitätssektor: Bei der Verbrennung von Erdgas entstehen weniger Schadstoffe als bei anderen fossilen Kraftstoffen. Ob komprimiert als CNG oder verflüssigt als LNG, Erdgas dient sowohl im Personen-, Schwerlast- als auch im Schiffsverkehr als effektive und kostengünstige Klimaschutzoption. Mittel- und langfristig können grünes Gas und Wasserstoff den Einsatz von Erdgas ergänzen und ersetzen.