GABi gleicht die Bilanzen aus

GABi Gas stellt sicher, dass die Bilanz am Ende des Tages stimmt.

Konten, Ausgleich, Struktur und Öffentlichkeit sind der Kern der Festlegung, die Toleranzen ebenso vorsieht wie Strafen und bisweilen mächtig Zeitdruck aufbaut.

Sechs Jahre hat sich GABi in ihrer ersten Fassung gut gehalten. Die europäischen Anforderungen hatten eine umfangreiche Verjüngungskur für das „Grundmodell zu Ausgleichsleistungen und Bilanzierungsregeln“ im Gasmarkt notwendig gemacht. Kurz vor Jahresschluss 2014 präsentierte die Bundesnetzagentur GABi Gas 2.0. Diese Version enthält neue Regeln für Bilanzierung, Ausgleichsenergie, Strukturierungsbeitrag, Regelenergieumlage und auch Veröffentlichungspflichten. Zum 1. Oktober 2015 trat sie in Kraft, einige Regeln greifen zum 1. Oktober 2016.

Die Eingriffe bei GABi waren zahlreich. Im Wesentlichen betreffen sie die Bilanzierung von Gasmengen der Abnehmer mit registrierender Leistungsmessung (RLM). Sie regelt die Zuordnung zu den Fallgruppen „mit und ohne Tagesband“ neu und definiert die Toleranzen für untertägige Abweichungen. Mit einem neuen Preissystem werden in GABi untertägige Abweichungen jenseits der Toleranzgrenzen diszipliniert. Für die RLM-Abnahmestellen fordert die neue Version der Festlegung täglich eine zweimalige Übermittlung der Verbrauchswerte. Bisher wurden nur einmal am Tag Daten übermittelt. Das Preissystem für Ausgleichsenergie folgt nun den europäischen Vorgaben. Die Preise orientieren sich an den Kosten für Regelenergie, die entweder global oder qualitätsspezifisch an der EEX als relevanter Handelsplattform ge- oder verkauft wird.

Das gemeinsame Regelumlagekonto für RLM- und SLP-Abnahmestellen wird durch GABi in getrennte Umlagekonten geteilt. Bei den RLM-Abnahmestellen wird auch die Fallgruppe „ohne Tagesband“ einbezogen. Die Umlageperiode verlängert GABi von einem halben auf ein ganzes Jahr. Die einjährige Periode gilt ab dem 1. Oktober 2016. Für die Zukunft verlangt GABi, die Grundlagen zur Berechnung der Umlage in einer transparenteren Form zu veröffentlichen.

Mit GABi Gas 2.0 legte die Bundesnetzagentur auch den Grundstein für eine tägliche Netzkontenabrechnung. Damit löst sie das bestehende monatliche System ab. Das bedeutet, dass die Marktgebietsverantwortlichen Gaspool und NetConnect Germany nun täglich die insgesamt allokierten Ausspeisemengen, den über die Netzkopplungspunkte allokierten Einspeisemengen gegenüberstellen, woraus sich der tägliche Netzkontenstand ergibt.