KONNI kombiniert Qualitäten

Gasqualität und Konvertierung sind ein Fall für KONNI. Zuständigkeiten sind hier ebenso geklärt wie die Frage, wer die Kosten für die Konvertierung zahlt.

Die beiden deutschen Marktgebiete Gaspool und NetConnect Germany umfassen sowohl L-Gas- als auch H-Gasnetze. KONNI löst dieses Problem und sorgt dafür, dass die Bilanz stimmt. Damit Transportkunden alle frei zuordnenbaren Ein- und Ausspeisekapazitäten im Marktgebiet unabhängig von der Gasqualität kombinieren können, hat die Bundesnetzagentur das „Konvertierungssystem in qualitätsübergreifenden Gasmarktgebieten“ eingeführt. In diesem System ist der Marktgebietsverantwortliche (MGV) für die bilanzielle Konvertierung verantwortlich, die physische Konvertierung erfolgt durch den Netzbetreiber. KONNI gibt auch vor, wie die anfallenden Kosten zu verteilen sind. Die Festlegung beinhaltet einen Standardvertrag, der sich in allen Bilanzkreisverträgen wiederfinden muss.

In die Netzentgelte fließen die Kosten ein, die aus der physischen Konvertierung resultieren. Die Kosten für die bilanzielle Konvertierung sollen grundsätzlich alle Netznutzer eines Marktgebietes über eine gemeinsame Konvertierungsumlage tragen. Für die vollständige Umsetzung dieser Kostenverteilung hat KONNI bei ihrer Einführung am 1. Oktober 2012 einen Übergangszeitraum von vier Jahren vorgesehen. Solange zahlen die, die eine Konvertierung von Gasmengen in Anspruch nehmen – H-Gas einspeisen und L-Gas entnehmen und umgekehrt – ein Konvertierungsentgelt. KONNI legt für dieses Entgelt je Marktgebiet eine eigene Obergrenze fest, die jährlich um 25 Prozent sinkt. Die nicht durch das Konvertierungsentgelt gedeckten Kosten verteilt KONNI über die Konvertierungsumlage.

Das Konvertierungsentgelt und die Umlage legen die Marktgebietsbetreiber mit einem Vorlauf von sechs Wochen für ein halbes Jahr fest. Die Abrechnung der Entgelte und der Umlage erfolgt in den Bilanzkreisen tagesscharf. Bislang hat keiner der beiden MGV eine Konvertierungsumlage eingeführt. Im Gaspool-Marktgebiet entspricht das Entgelt der festgelegten Obergrenze, im Marktgebiet NetConnect Germany liegt es darunter.